Fotokurs in Hamburg

Am letzten Wochenende löste ich einen Gutschein für einen Fotokurs in der Hamburger Hafencity ein: Drei Stunden mit einem Fotografen in der Gruppe auf Entdeckungstour gehen? Super!

Das Fotografieren entdeckte ich „so richtig“ mit 18 Jahren, glaube ich. Da erhielt ich meine erste (analoge)  Spiegelreflexkamera. Mir machte das Ausprobieren mit den Einstellungen sowie die Motivsuche viel Spaß, und ich war im Garten genauso unterwegs wie auf Ausflügen und im Urlaub. Ein Highlight dabei: Eine fünfwöchige Reise nach Tansania / Ostafrika.

Sehe ich diese Fotos heute an, wecken sie natürlich viele Erinnerungen. Allerdings hat sich mein „Fotografierverhalten“ seit der Erfindung der Digitalkamera grundlegend geändert. Motive knopse ich ich Zweifelsfall mehrmals, um ein optimales Bild zu erhalten. Hinterher kann ich die Fotos bearbeiten, filtern, beschneiden oder retuschieren. Das alles gab es früher nicht. 36 Bilder auf einem Film, und wenn der voll war oder ein Bild verwackelt: Pech gehabt!

Fotokurs - irgendwieschoen.deDurch die Möglichkeit, hemmungslos digital zu fotografieren, landete meine Spiegelreflexkamera in einer Schrankecke. Leider funktionierte, als ich sie irgendwann wieder herausholte, der Auslöser nicht mehr, und eine Reparatur lohnte sich nicht wirklich. Die kleine Klickkamera, die ich vor einigen Jahren erstanden hatte, reichte aber immerhin für Urlaubsbilder.

Vor zwei jahren wünschte sich dann Kind1 eine digitale Spiegelreflexkamera zum Geburtstag und begeistert entdeckte ich, was damit alles möglich war. Um dem Kind nicht ständig die Kamera wegzunehmen und selber flexibel zu sein, entschied ich mich ein paar Monate später für ein Schnäppchenangebot: Eine Nikon D3100 mit zwei Objektiven dabei (AF-S DX Zoom 18-55mm, mein Standardobjektiv für „alles“ und ein gleiches mit 55-200mm).

DSC_0165Fotokurs - irgendwieschoen.deDiese Kamera ist kein wirkliches Profigerät. Aber mir reicht(e) sie, um erst mal wieder mit dem Thema vertraut zu werden. Zu recht, wie ich nun am Wochenende merkte!

Da sprach nämlich der Fotograf zu uns Worte wie „manueller Modus„, „Belichtungszeit“ und „Blende„. Äh, ja. Hatte ich wiohl schon mal gehört, bei meiner Nikon allerdings immer nur im automatischen Modus bzw. den vorgegebenen Modi (Sport, Natur, Porträt,…) geknipst. Dass es auch andere Möglichkeiten gab, wusste ich zwar theoretisch, hatte mich praktisch allerdings nie damit auseinandergesetzt.

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Aber nun: Erst einmal musste ich lernen, WO ich diese Einstellungen überhaupt tätigen konnte. Dann mein Objektiv hatte ja keine Rädchen, um die Blende zu verstellen wie meine analoge alte Dame früher. Aber das war schnell entdeckt, und auch Belichtungszeit und ISO-Wert ließen sich so rasch anpassen. Nun galt es, mit der Umsetzung zu beginnen.

Der Kurs begab sich dazu zur U-Bahn Hafencity Universität – einem der (wie ich finde) interessantesten U-Bahn-Stationen der Stadt. Vor wenigen Jahren erst fertiggestellt, stellt ein Farbwechsel-Lichtspiel mit Musik an den Wochenenden ein Highlight dar. Heißt: Die Beleuchtung wechselt rasch, immer neue Blickwinkel und Beleuchtungseffekte ergeben sich daraus.

Fotokurs - irgendwieschoen.deDa die Station Endstation der U-Bahn-Linie U4 ist und am Wochenende wenig los war, konnten wir unsere Kameras überall aufbauen, ohne Passanten zu stören. Zuerst probierten wir aus, „Geister“ zu fotografieren: Eine lange Belichtungszeit und eine hohe Blende bewirken, dass vorbeigehende Menschen wie Schlieren auf dem Bild zu sehen sind. Dazu braucht man eigentlich ein Stativ, da sich eine Belichtungszeit von 2 Sekunden nicht mehr aus der Hand fotografieren lässt.

Fotokurs - irgendwieschoen.deAnschließend probierten wir, die lange Belichtungszeit auf andere Dinge anzuwenden: eine abfahrende U-Bahn zum Beispiel. Für mich ein Aha-Erlebnis, denn ich liebe solche Bilder, besonders, wenn davor noch Menschen regungslos verharren….!

DSC_0163Ich bekam durch diesen Kurs jedenfalls sehr viel Lust auf mehr: Die Veränderung der Belichtungszeit z.B. anzuwenden auf fließende Gewässer, windbewegte Bäume oder Fahnen – es gibt schon so viele Ideen in meinem Kopf! 😉 Außerdem wird meine nächste Anschaffung wohl ein Stativ sein.

Kurzum: ein toller Tag, viele Ideen, und kreative Augen-Blicke, wunderbar!

Wo bzw. was fotografiert ihr gerne? Erzählt mir davon!!

 

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