Hier bleibe ich!

Urlaub | schokotexte.de

Der neue Mamma-Mia-Film ist angelaufen: „Here we go again!“ – und was ist das für ein schöner Streifen! Achtung, für alle, die ABBA blöd oder kitschig finden, ist das nicht euer Artikel!

Ja, es ist kitschig, und ich fühlte mich streckenweise sehr an einen bunten Bollywood-Kostümfilm erinnert, als die ganze Schar singend und tanzend zum Hafen zog. Aber: Der Film ist gut gemacht.

Die Story ist schnell erzählt, geht es doch darum, warum Mutter Donna überhaupt auf die Insel kam, auf der Tochter Sophie nun nach deren Tod ein Hotel eröffnet. Beide Zeitebenen greifen geschickt ineinander.

„We were young and full of life“ (ABBA, „Fernando“)

Donna, so erfahren die Zuschauer, war ein lebensfreudiger junger Mensch, und machte sich nach dem Schulabschluss auf in die Welt. Sie landet auf der (fiktiven) griechischen Insel Kalokairi und weiß sofort: Hier bleibe ich für immer! Mit leuchtenden Augen und klopfenden Herzen erkundet sie Insel und Bewohner, und mietet sich schließlich in einem kleinen Haus ein.

Für mich war das der Schlüsselmoment des Films: Zu wissen: Das ist genau das, was ich mir für mein Leben erträume. Nicht Karriere oder Verpflichtungen, sondern allein die Magie eines Ortes sowie die Gewissheit des Herzens geben den Ausschlag. Dass dabei weder Geld noch Infrastruktur oder (hüstel) Internetgeschwindigkeit vor Ort im Film eine Rolle spielen, sei als künstlerische Freiheit abgetan.

Herzensheimat

Mir geht es aber tatächlich um diesen Ruf des Herzens: Das ist mein Ort! Hier will ich sein – und bleiben. Solche Orte kennen wir alle bestimmt. Aber die Konsequenzen daraus zu ziehen? Irre.

Ich wüsste sofort, wohin ich ziehen würde, wären da nicht diese (inzwischen) anderen Verpflichtungen und „Abhängigkeiten“ wie Beziehung, Familie und Beruf:

  • auf eine kleine Insel in den schwedischen Schären
  • nach Sylt oder eine andere nordfriesische Insel (aber mit Strand!)
  • nach Norditalien, an den Gardasee zum Beispiel, oder die Küste nach Cinque Terre

Habt ihr auch einen Ort, an dem ihr gerne ab sofort leben würdet?

Der Film ist tatsächlich auch traurig und anrührend. Rundrum schön. Ich hab ihn sehr gemocht – und würde ihn sogar noch einmal sehen.

Dies ist ein Beitrag zur Blogchallenge #10minBlog von Maren Martschenko.

Disclaimer: Dieser Artikel enthält Werbung für einen Film – wofür ich nicht bezahlt werde. Allerdings durfte ich mir die Pressevorstellung des Films ansehen. Meine Meinung ist dabei frei zustande gekommen und wird von niemandem vorgegeben. 

 

Manchmal eben langsam

Kopfschmerzen | schokotexte.de

 

Die Blogchallenge #10minBlog ist eine Challenge. Das bedeutet für mich: Manchmal ist die Herausforderung mir eben auch zu groß. Eine kleine Zwischenbesinnung – und ein Vergleich.

Eigentlich dachte ich, alltags wäre es viel schwieriger, regelmäßig zu bloggen. Inzwischen weiß ich: Die Wochenenden „fordern“ mich mindestens genauso: Das letzte bewies es, ich habe nichts geschrieben. Nun soll bloggen ja aber auch keine Strafarbeit sein, sondern Vergnügen. Das ist es nicht, wenn ständig das schlechte Gewissen durchs Zimmer tanzt.

Ich habe deshalb beschlossen, sportlich damit umzugehen. Wie im Leben: Nicht jeder Tag ist ein neuer Schritt auf der Karriereleiter oder einer, den ich mir golden im Kalender einrahme.

Manche Tage sind eher „geht so“ oder halt „bad hair days“

Heute ist so ein Tag. Montag, ja okay – aber das wirft mich normalerweise nicht aus der Bahn. Heute war wieder ein Kopfschmerztag. Einer von denen, die man gerne wieder vergisst. Ein Kopfschmerz von der Art, die schon am Tag vorher angefangen hatten und weder durch Medikamente noch durchs Schlafen nachts nicht verschwinden. Ich wache morgens auf und weiß: Das ist nix. Liegenbleiben hilft nicht (war ja lange genug im Bett). Also ein neuer Versuch mit heißer Dusche, Kaffee, abwarten.

Solche Kopfschmerzen kenne ich, seit ich Teenager bin. Auch meine Mutter hatte sie. Mein Arzt-Vater stellte oft genug schiefe Halswirbel oder Verspannungen fest, die sicher ein Auslöser sind, und empfahl stehts: „Sport“.

Das hilft auch – stelle ich fest, aber eben nur oft, nicht immer. Yoga, Rückengymnastik, laufen. Nichts hält allerdings für ewig. Kein Mittel stellte sich als Zaubermittel heraus. Dann hilft nur abwarten, und das Leben an sich vorbeiziehen lassen. Klingt dramatischer, als es ist. Ich bin nämlich ansonsten ein echt gesunder Typ. Mit den Kopfschmerzen, so doof oder anstrengend sie sind, komme ich klar.

Wink mit dem Zaunpfahl

Ich versuche, die Kopfschmerzen als meinem Leben zugehörig zu sehen. Ein „Hallo, ach du wieder“, und dann setzen wir uns hin und halten uns aus. Vielleicht soll ich einfach gerade eine Pause machen, etwas Tempo rausnehmen. Und nichts übers Knie brechen.

Und dann ist es wie beim Bloggen. Wenn man es partout will, klappt es nicht. Wenn ich dagegen abwarte, wird der Kopf irgendwann wieder frei. Und mein Geist auch – und der möchte dann auch wieder in die Tasten hauen.

Happy Monday!

Morgens immer müde

müde | schokotexte.de

 

Was würde ich alles machen, wenn ich morgens wach wäre! Zeit hätte!

  • Morgenseiten schreiben
  • Sport vor dem Frühstück machen, oder mindestens Yoga
  • lesen
  • den Sonnenaufgang betrachten
  • den zwitschernden Vögeln zuhören
  • in Ruhe den Tag beginnen…

Leider klappt das nicht. Frühaufstehen ist für mich ein Graus.

„Wenn der Wecker morgens rasselt
Und der Tag nimmt seinen Lauf
Ist die Stimmung mir vermasselt
Denn ich steh‘ so ungern auf!“

Trude Herr spricht mir mit ihrem Lied aus der Seele! Früh aufstehen finde ich zwar einen interessanten, aber eben nicht durchführbaren Aspekt in meinem Leben. Das war gefühlt schon immer so, natürlich auch in der Schulzeit.

Als Jugendliche nutzte ich lieber die ruhigen Abendstunden, um zu lernen, zu lesen oder – ja, tatsächlich – mein Zimmer umzuräumen. Meine Mutter musste mich dann morgens suchen, um mich zu wecken, weil ich schon wieder spätabends Möbel verrückt hatte.

„Aber abends bin ich wach!“

Irgendwann las ich von Eulen und Lerchen – endlich fühlte ich mich verstanden! Als Nachteule lebte ich fortan in der Gewissheit, dass ich nicht einfach müde oder antrieblos war. Sondern einfach einen anderen Rhythmus hatte.

So brauche ich morgens meine Zeit, bis ich wach bin: Heiße Dusche, Tee oder Kaffee, und bitte kein Radiogesabbel beim Frühstück!

Natürlich muss ich mich trotzdem anpassen: Im Büro als Angestellte* (da gab’s Vorteile daran, selbstständig zu sein!) oder ganz simpel beim Wochenendeinkauf auf dem markt. Der schließt nämlich irgendwann und wartet nicht auf Langschläfer! 😉

Und nun wird dieser Artikel geplant, damit er morgen FRÜH erscheint und ihr mich bewundert, wie früh morgens ich schon blogge!

Was für einen Rhythmus habt ihr denn? Seid ihr zu bestimmten Zeiten fitter?

 

* Wobei ich hinzufügen muss: mein jetziger Arbeitgeber bietet flexible Anfangszeiten und Kernarbeitszeit an, wofür ich SEHR dankbar bin!

Keep on running!

laufen | schokotexte.de

 

Seitdem ich bei #10minBlog mitmache, blogge ich öfter. Aber was ich seitdem noch mache: laufen. Also: draußen, so in der Gegend. Tatsächlich würde ich mich als einen eher unsportlichen Menschen bezeichnen, und ich hatte nie, auch nicht in der Schule, Spaß an Ausdauersport. Für mich gehört das zu den Dingen, die man machen muss, um halbwegs gesund zu bleiben.

„Treibe Sport, oder bleib gesund“?!

Letztes Jahr plagten mich die Rückenschmerzen allerdings so stark, dass ich seitdem Krafttraining im Sportstudio mache. Es geht mir viel besser dadurch! Und es macht Spaß: Im Studio hämmert keine nervige Musik, es trainieren keine Muckibudentypen, es laufen keine Fernseher. Die Athmosphäre ist entspannt und herzlich. Allerdings fehlen (bewusst, das gehört zum Konzept) Ausdauergeräte.

Nachdem ich da jetzt über ein halbes Jahr trainiere, merke ich, wie sehr sich mein Körper freut. Und was ihm fehlt: Kondition, Cardiotraining, Fettabbau. Mist!!

Listigerweise überraschte ich mich neulich dabei, über längeres Radfahren nachzudenken. Ich kaufte mir sogar endlich einen Fahrradhelm und lasse mein altes Zweitrad warten, damit ich es an die U-Bahn in der Innenstadt stellen kann.

Den Kopf freilaufen

Und ich dachte plötzlich darüber nach, laufen zu gehen. Ups? Ehe ich mich darüber wundern konnte, bin ich einfach losgelaufen. gegenüber die Straße hoch, rechts ab, um die Kurve, über die Ampel zurück. #15minRun sozusagen – wenn auch im Schneckentempo. Aber egal, und ich habe 15 langsame Miunten durchgehalten! Mein Körper wunderte sich, welche Muskeln ich da so beanspruche, und überraschte mich mit einem Muskelkater.

Gestern wiederholte ich das wieder, und laufe jetzt also „regelmäßig“. Toll gestern war: Ich war mies drauf, irgendwie genervt, und dachte: Laufen könnte helfen. Zack, nicht lange fackeln, ich zog die Sportsachen an. Hinterher ging’s mir super.

Ich hoffe also, dass ich nicht nur beim bloggen, sondern auch beim Laufen dranbleibe. Vielleicht hilft sogar eins dem anderen: schreiben und laufen, um das typische Gedankenkarussel abzustellen.

 

Glaubenszweifel

Zweifeln | schokotexte.de

 

Wie stellt man sich eigentlich einen gläubigen Menschen vor? Für mich ist das jemand, der fest glaubt, keine Zweifel kennt (oder sie weglächelt), in einer Kirchengemeinde engagiert ist, regelmäßig Gottesdienste besucht und eine klare Meinung hat. Der seinen Glauben lebt. Sich nicht (oder wenig) erschüttern lässt. Ausgeglichen ist. Gibt es solche Menschen überhaupt?

Martina fragte mich für die Blogchallenge #10minBlog: „Zweifel am Glauben: Wann treten die auf? Aus welchem Anlass? Überhaupt?„Darauf will ich hier versuchen zu antworten.

Kurz zu meinem Hintergrund: Ich bin studierte (evangelische) Theologin und war ab ca. 15 Jahren in meiner Kirchengemeinde sehr engagiert: Jugendgottesdienste, Gesprächs- und Bibelkreise, Chor, Gitarrengruppe – und auch mein Freundeskreis bestand fast nur aus Menschen aus diesen Gruppen. Bis Anfang 20 spielte kirchliches Leben für mich eine große Rolle.

Ich geriet allerdings in „seltsame“ Kreise (und das ist jetzt meine ganz persönliche Wahrnehmung) von ziemlich evangelikalen, fundamentalistischen Gemeinden. Die zwar sehr offen für Neue waren – das half mir beispielsweise während eines Auslandsaufenthalts, Kontakte zu knüpfen. Aber die (moralischen) Glaubenserwartungen lagen sehr hoch. In Zungen redende Menschen oder Erwartungsdruck aufbauende Gemeinden – irgendwann reichte mir das.

Ein Theologiestudium, um Fragen aufzuwerfen

Ich begann Evangelische Theologie zu studieren, weil mich das Thema interessierte. Die Geschichte dahinter. Das „warum“. Schon zu Beginn des Studiums sagte man mir: Die meisten fangen an zu zweifeln, weil ein wissenschaftliches Studium eben kein Glaubenskurs ist. Ich gebe zu: Ich habe ganz schön gekämpft mit den wissenschaftlichen Methoden der Literarkritik, mit dem Lernen von Hebräisch und Griechisch sowie den systematisch-theologischen Theorien der großen Denker. Vieles erschloss sich mir erst nach Jahren. Die Exegese, das „Auseinandernehmen“ und Interpretieren eines biblischen Textes, mochte ich am Ende aber richtig gern.

Sehr ausführlich beschäftigte ich mich mit Feministischer Theologie. Aus der Sicht von Frauen das männlich geprägte Glaubens- und Gottesbild zu beleuchten und darüber zu diskutieren – das ist eine meiner stärksten positiven Erinnerungen an mein Studium. Und das prägte auch meine Berufswahl nach dem Studium. Die Zeiten waren schwieriger geworden, die Landeskirche konnte keine Übernahme mehr garantieren (so war es früher mal gewesen) – und ich entschied mich, mein Glück erst mal außerhalb der Kirche zu suchen und nicht Pastorin zu werden.

Denn auch inhaltlich bereitete mir die Vorstellung Schwierigkeiten, mich mit Glaubensfragen oder -zweifeln auf die Kanzel zu stellen und zu sagen: „Ich weiß es auch nicht.“ Sohn Gottes? Für unsere Sünden gestorben? Was bedeutet Sünde überhaupt? Muss ich mich erst „gezwungen“ sündig fühlen, um glauben zu können?

Zweifeln | schokotexte.de

Alles unklar

Ich schätze, das war eine Glaubenskrise. Zusammen mit der feministischen Sicht, die damals in der Kirche noch keinen rechten Platz hatte, warfen mich meine Fragen auf so elementare Dinge zurück, auf die ich keine Antwort fand. Und hatte auch keinen Platz mehr in einer Kirchengemeinde, was wohnortbedingt war. Und ich hatte zu viel Wissen aus dem Studium, um mich ohne Fragen in einen Gottesdienst zu setzen.

Einige Jahre haderte ich ziemlich damit. Beschlos irgendwann, mich von der Theologie zu verabschieden, und mich auf Marketing und Pressearbeit zu konzentrieren. Landete wieder in der Verlags- und Buchhandelsbranche. Flog nach weiteren Jahren dort wieder raus und machte mich selbstständig im Bereich Redaktion und Social Media.

Heute: mehr Klarheit

Als ich meine jetzige Stelle als ‚Koordinatorin Social Media‘ beim evangelischen Rundfunkreferat angetreten hatte, fragten mich fast alle: „Wie bist du denn zu der Stelle gekommen?!“ Antwort: Ich sah sie und bewarb mich und wurde eingestellt. Es passt. Ich sitze plötzlich an der Schnittstelle zwischen Medien und Kirche. Musste mich wieder daran gewöhnen, in theologischen Kathegorien zu denken. Und genieße es.

Natürlich bleiben Zweifel. Die Fragen von damals sind noch längst nicht beantwortet. Mein Vorteil: Ich beschäftige mich mit ihnen, arbeite dabei aber nicht in, sondern für die Kirche. Ich genieße diesen Abstand. Bedaure aber trotzdem manchmal, nicht Pastorin geworden zu sein: Heute gibt es so viele andere Möglichkeiten wie z.B. ein Medienvikariat. Da beneide ich die jungen TheologInnen heute wirklich.

Zweifel gehören dazu

Trotzdem sind Zweifel gut. Bei einem Besuch im katholischen Benediktinerkloster Nütschau sagten ein Mönch mir: „Natürlich zweifle ich. Das wäre ja unmenschlich, wenn ich die nicht hätte. Aber das hilft mir, mich neu zu positionieren.“ Ich staunte ziemlich. Ein zweifelnder Mönch?! Seitdem gehe ich noch entspannter damit um. Auch Gespräche mit meinen PastorInnen-KollegInnen bei der Radiokirche zeigen mir: Solche Unsicherheiten gehören dazu. Sie sind normal. Das nahm ich früher ganz anders wahr. Vieles hat sich geändert…

Vor allem der Druck der oben beschriebenen evangelikalen, fundamentalistischen Gemeinden hat mich lange der Überzeugung sein lassen: Zweifel gehen gar nicht. Wer glaubt, hat keine Zweifel.

Das stimmt nicht, und ich bin froh, dessen gewiss zu sein. Alles andere ist in Bewegung.

 

Dies ist (eigentlich) ein Beitrag zur Blogchallenge #10minBlog. Ich gebe zu: Es waren heute mehr als 10 Minuten. Danke, liebe Martina, für deine Frage, die mich ziemlich tief hat abtauchen lassen. Falls ihr auch eine Frage für mich habt, freue ich mich!

 

Bin ich ein „Gourmand“?!

essen | schokotexte.de

Neulich hatte ich die Idee, den Duden zu befragen, was mein nächstes Thema für die Blogchallenge #10minBlog sein soll. Ich schlug also blind eine Seite auf und piekste auf ein Wort. Als ich die Augen öffnete, war mein Finger bei „Gourmand“ hängen geblieben.

Meine erste Reaktion: Was ist das denn?! Ich nehme etwas anderes. Aber ich merkte, dass mir das Wort nachhing. Nun also: Gourmand. Das Wort gehört nicht wirklich zu meinem aktiven Wortschatz und bezeichnet jemanden, „der gern gut und zugleich viel isst; Schlemmer“ (Duden).

Okay – ich esse schon auch gerne. Nicht extrem oder über die Maßen viel. Außer vielleicht Schokolade. Ich bin leider echt ein Süßmaul. Aber ich schätze tatsächlich gutes Essen.

Je öfter ich im Leben in Kantinen gegessen habe oder mir einen schnellen Mittagstisch gesucht habe, desto mehr merkte ich das: Oft esse ich nur, weil ich Hunger habe. Nach Feierabend koche ich mir zuhause oft schnell etwas zusammen. Aber richtig „krass gut“ ist es nicht zwingend.

Essen mit Freude – weil’s schmeckt

Gerade war ich mit dem Gatten im Urlaub, und wir haben ein sehr nettes Restaurant entdeckt. Es sah aus wie ein typisches deutsches Gasthaus aus den 1960er Jahren. Beim Blick auf die Speisekarte überraschte uns aber die Raffiniertheit und Zusammenstellung der Gerichte.  Wir ließen uns am Tisch nieder, und ich wählte ein vegetarisches Labskaus, das ausgesprochen köstlich war.

So macht Essen nicht nur satt, sondern auch Freude. Deshalb fahren wir gleich auch los auf den örtlichen Wochenmarkt, um frische und regionale Lebensmittel zu erstehen. Ich denke immer öfter darüber nach, wieder eine Gemüsekistenabo abzuschließen. Hatte ich schon mal, war gut – ich kündigte es damals, weil ich nach ein paar Jahren mal Pause machen wollte. Aber ich mag die Idee, und vielleicht sollte ich es wieder angehen.

Fazit: Vielleicht bin ich doch ein Gourmand, auf die ein oder andere Weise. Danke Dudenzufallsprinzip, dass ich mir darüber heute mal Gedanken machen durfte. 😉

Schreiben, nur schreiben!

schreiben | schokotexte.de

 

Heute stieß ich bei Twitter auf einen Beitrag von Maren Martschenko: „Freischreiben“ heißt er. Maren beschreibt darin ihr Gefühl, oft nicht zu schreiben bzw. zu bloggen, weil sie sich selber im Weg steht. Perfektionismus, fehlende Themen, „die anderen schreiben alle viel besser“ – Glaubenssätze, die im Kopf sitzen.

Das kenne ich, und das kennen viele andere bestimmt auch. Da mich selber das Thema Schreiben seit einigen Tagen wieder bewegt (ich habe hier vorgstern dazu etwas aufgeschrieben), sprang mich Marens Artikel sehr an. Und vor allem ihr MIttel dagegen: #10minBlog – sprich: Jeden Tag nur 10 Minuten schreiben. Einfach los, keine Konzepte entwickeln, sondern frei weg.Das mache ich eigentlich sowieso am liebsten, aber trotzdem hindern einen ja -zig Dinge daran, sich hinzusetzen und loszuschreiben.

Und weil ich meine spontane Begeisterung auf Twitter äußerte und am liebsten mitmachen wollte,  entgegnete Maren:

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, sagte Luther ja angeblich. Und deswegen sitze ich nun auch hier und schreibe. Vielleicht ist auch gerade eine Blogparade daraus geworden.

Letztlich sind Aktionen wie #10minBlog „nur“ Fingerübungen, ähnlich wie Morgenseiten schreiben. Ich finde die Idee lustig, jeen Tag im Duden ein Wort herauszupicken und darüber zu schreiben. Mal sehen, wie es sich anlässt.

Meine 10 Minuten sind rum. Ich freue mich auf morgen!

 

 

Gestatten? Bestatter.

Das letzte Geleit | schokotexte.

 

„Das letzte Geleit“ von Christiane Fux landete auf meinem Urlaubsbücherstapel und ist noch nicht mal neu: Es erschien 2012, und ich entdeckte es in der Buchhandlung, als ich auf der Suche nach Hamburg-Krimis war. Mich sprang das ungewöhliche Krimisetting an: Hier ermittelt Theo Matthies, und der ist nicht etwa Kommissar, sondern Bestatter in Hamburg-Wilhelmsburg. Soweit, so ungewöhnlich.

Ich gebe zu, das Buch fesselte mich dann nicht sofort. Zu wild die Sprünge, die Handlung unklar, aber nicht im positiv-spannenden Sinne, sondern ich war – etwas genervt. Hätte hier besser lektoriert werden müssen? Es dauerte dann einige U-Bahn-Fahrten, bis ich mühsam auf Seite 50 anlangte und ein paar Mal überlegte, das Buch einfach auszusortieren. Ich gab ihm dann noch eine allerletzte Chance – und plötzlich nahm die Handlung Fahrt auf. Einen Tag später war ich durch. 😉 Continue reading Gestatten? Bestatter.

Japanisch in Hamburg: Inspektor Takeda

Inspektor Takeda | schokotexte.de

 

Kennt ihr das? Der Krimi neigt sich dem Ende entgegen, und du weißt: Das ist der (bisher) letzte Band. Danach ist unweigerlich Schluss. Schrecklich! Vielleicht wird die Reihe ja fortgesetzt – aber wann?!

Inzwischen führe ich eine Liste mit Reihen, auf deren Fortsetzungen ich warte. Das Tolle ist ja immer, wenn man eine neue Reihe anfängt und beim Lesen merkt: Das lese ich gern, UND es gibt bereits mehrere Bände!

So ging es mir mit Takeda. Der ist Inspektor und kommt aus Tokio. Allerdings arbeitet er gerade in Hamburg bei der Mordkommission. Seine ihm zugeteilte Kollegin Claudia ist anfangs überhaupt nicht begeistert, mit ihm zusammen arbeiten zu müssen, merkt aber schnell: Der hat was drauf. Ihre anfängliche Befürchtung, dass der „Neue“ nur vorgeführt und sie selber in schlechtem Licht dastehen soll, löst sich bald in Luft auf.

Höfliche Frage statt hartem Verhör

Der Inspektor heißt mit vollem Namen Kejiro Takeda und bekommt es mit spannenden Fälle zu tun: Im ersten Band wird ein älteres Buchhändler-Ehepaar tot aufgefunden. Ihr Laden soll einem großen Altonaer Bauprojekt weichen. Vieles liegt nahe, nichts erweist sich für die Ermittler als haltbar. Takedas Glück ist nicht nur, dass es von früheren Aufenthalten sehr gut Deutsch spricht. Sondern, und das macht die Reihe so interessant, immer eine japanische Perspektive auf die Tatsachen hat. Seine ungewöhnliche und für Deutsche oft überraschend höfliche Art, sich mit Menschen zu unterhalten (oder sie zu verhören). Aber auch die kulturellen Unterschiede, auf Rang und gesellschaftlichen Status zu reagieren oder es mit mangelndem Respekt zu tun zu haben. Continue reading Japanisch in Hamburg: Inspektor Takeda

Der Morgenstern

Stern

 

Dunkle Nacht. Schlaflos drehe ich mich immer wieder um. Zu viele Gedanken gehen mir durch den Kopf, ich kann nicht weiter schlafen. Morgen muss ich unbedingt den Kuchen mitnehmen, wenn ich zu meinen Eltern fahre. Und den Weihnachtbrief schreiben. Was liegt am Montag im Büro noch an?

Als ich die Augen kurz schließe, blinzelt er mich an, der Stern. Habe ich doch wieder geschlafen? Das Lied kommt mir in den Sinn: Das Lied, das mich seit meiner Jugend in der Adventszeit begleitet:

„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern,
so sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein:
Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“
(EG 16)

Warum mich das Lied damals berührte und seitdem immer wieder anrührt, erinnere ich gar nicht mehr. Vermutlich war ich nachts nach einem schlechten Traum aufgewacht. Wahrscheinlich sangen wir am Sonntag dann dieses Lied im Gottesdienst. Ich weiß nur, dass ich dachte: Ja, genau so war es. Was für eine schreckliche Nacht, und was für ein tröstendes Lied! Alle Sorgen fielen von mir ab, weil ich diesen Stern über mir spüren konnte. Continue reading Der Morgenstern