Stockholm-Reisetipps bei Sonne

Das Wichtigste zuerst: Stockholm ist die schönste Stadt der Welt. Also für mich. Ihr könnt eine Woche dort verbringen, ohne dass es langweilig wird. Ein paar Entdeckerertipps für sonnige Tage gebe ich euch heute!

Schweden ist nicht unbedingt für heiße Sommer und milde Winter bekannt, das stimmt. Obwohl man Glück haben kann und bei 30 Grad einen warmen Sommerabend in Stockholm zu erleben, sollte ein Ausweichprogramm für kalte Regentage als Plan B immer zur Hand sein. Daher teile ich meine Tipps mal nach Wetterlage ein und beginne heute mit dem ersten Teil:

Sommer, Sonne, Sonnenschein in Stockholm!

Wenn wirklich (Hoch-)Sommer in der Stadt ist, läuft man garantiert in Horden von Reisegruppen aus aller Welt. Das gilt es zu vermeiden: entweder durch die Wahl der eigenen Reisezeit oder des Ausflugziels vor Ort.

Schärengarten und Mälaren

Raus aus der Stadt ist, wenn es wirklich warm wird, das Mittel der Wahl. Denn Stockholm ist nicht nur „die Schöne auf dem Wasser“ = auf vielen Inseln errichtet, sondern auch einmalig durch die Lage am Wasser. Ostsee und der Mälarsee bieten genug Ausflugsziele für alle!

Stockholm | irgendwieschoen.de

Neben vielen Badestellen in der Stadt selbst heißt der ultimative Tipp daher: Raus. So machen es die Stockholmer selber auch. Die Schären bieten dabei mit über 30.000 Inseln wirklich für jeden etwas. An den Anlegestellen am Strandvägen (Reederei Waxholsbolaget) oder Nybrokajen (Strömma Reederei und andere) summt es an solchen Tagen wie im Bienenstock.

Wohin aber? Eigentlich egal: Die Schären sind überall schön! Nahe Ziele, innerhalb einer Stunde erreichbar, sind zum Beispiel die Fjäderholmarna, außerdem die alte Festung Vaxholm. Dorthin kommt man allerdings auch mit dem Auto.

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Spannender wird es auf den Inseln der äußeren Schären, z.B. Möja, Nämdö, Utö, Runmarö, Sandhamn. Hier steigen weniger Leute aus, und baden kann man fast überall. Lasst euch treiben und inspirieren! (Aber achtet auf eine passende Rückfahrgelegenheit oder besorgt euch eine Unterkunft!).

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Am Mälaren lohnen sich Ausflüge nach Schloss Drottningholm, Schloss Gripsholm (dazu liest man natürlich Tucholsky!) und der Ort Mariefred, Hier in der Nähe steht das Schloss Taxinge mit seiner unglaublichen Tortenauswahl noch auf meiner eigenen „Das möchte ich besuchen!“-Liste. Auch die kleine Insel Björkö mit ihrer Wikingerbesiedlung Birka ist eine Schifffahrt wert. Ein hübsches Ausflugsziel ist auch das alte Örtchen Sigtuna.

Summer in the City

Sobald es warm wird, ploppen die Straßencafés wie Pilze aus dem Boden. Ich habe oft gestaunt, welche Café es noch hinkriegen, auf der Straße zu servieren! Herrlich sind natürlich besonders die mit Blick aufs Wasser.

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Södermalm

Viele nette Cafés findet man besonders im Stadtteil Södermalm. Im angesagten Stadtteil findet man außerdem kleine Geschäfte, Lokale, Boutiquen. Der Blick um Ecken und nach Hinweisschildern lohnt sich! Besonders schöne Gegenden liegen zwischen Mariatorget und Slussen, rund um Sofiakyrkan und rund um Nytorget („Sofo“).

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Eine besoders gute Aussicht auf Gamla stan und die nördlichen Stadtteile genießt man vom Monteliusvägen am nördlichen Steilufer von Södermalm:

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Gamla stan

In Gamla stan empfehle ich Cafés, die mit Gewölbekellern (schwedisch: valv) werben. Die alten Gemäuer sind teilweise aus dem 12. Jahrhundert und nicht nur sehenswert, sondern im Sommer auch herrlich kühl!

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Das Schlendern durch die alten Gassen, auch abseits der Toristenströme auf der Västerlånggatan und der Österlånggatan, lohnt sich: Vielleicht entdeckst du das Geburtshaus des Malers Carl Larsson in der Prästgatan oder die alten Kastanien an den Enden der Själagårdsgatan? Ich mag auch den lauschigen Garten der Deutschen Kirche (Tyska St:a Gertruds kyrka – hier habe ich mal gearbeitet!), im Sommer gibt es hier auch ein kleines Café.

Eine Besonderheit von Gamla stan: Im Sommer leuchten die alten Häuser bei Sonne! Sie sind meist in warmen Orange- und Gelbtönen gestrichen, und durch den Sonneneinfall scheinen sie zu glühen. Der Vergleich mit Italien ist nicht umsonst…!

Hübsch und sehenswert ist übrigens auch die kleine finnische Kirche gegenüber vom Schloss. Die besten und riesigsten Zimtschnecken (kanelbullar) bekommst du übrigens am Stortorget im Café Kaffekoppen! Mjam.

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Mein absoluter Lieblingsplatz liegt auf der Insel Riddarholm (also neben Gamla stan, Zugang zu Fuß auch direkt durch die tunnelban-Station Gamla stan!). Hinter der Kirche, direkt am Wasser, befindet sich eine weitläufige Terrasse mit der Statue des Sängers Evert Taube. Am nördlichen Ende legen die alten Götakanalschiffe an. Abends hat man von hier aus den perfekten Blick auf den Sonnenuntergang über dem Mälaren, mit Sicht auf Södermalm, die Insel Långholmen sowie das stadshuset.

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Wer schwindelfrei ist, kann übrigens auf eines der alten Gebäude auf Riddarholmen steigen: Wanderungen auf dem Dach, natürlich professionell gesichert, machen die Aussicht zu einem besonderen Erlebnis.

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Djurgården

Wunderbar bei Sonne ist es auch in Skansen. Im Tierpark, gleichzeitig ein Freilichtmuseum und ein Park, befinden sich nordische Tiere wie Elche, Luchse, Wölfe, Seehunde oder Bären. Die kleinen Häuser wurden aus allen Teilen Schwedens hier zusammengetragen. Die meisten von ihnen kann man besichtigen: Handwerksbetriebe wie Glasbläser, Schreiner, Goldschmiede oder Metallarbeiter gibt es ebenso wie Bäcker (auch hier: leckere kanelbullar!), eine Apotheke, einen Kaufmannsladen sowie Wohnungen aus verschiedenen Epochen.

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Auch die weitere Insel lohnt sich: der Bus fährt zum Beispiel bis nach Waldemarsudde, einem lauschigen Plätzchen, an dem sich Prinz Eugen (1865 – 1947) als Künstler verwirklicht hat. Die weitere Insel ist ein Park, u.a. befindet sich hier auch Rosendals slott, ein kleines Lustschloss aus dem 19. Jahrhundert.

Kungsholmen

Ein Tipp zum Schluss: Das Stockholmer Rathaus, stadshuset, liegt ja sehr prägnant am Mälarufer und schaut auf die Altstadt hinüber. Den Turm dieses Wahrzeichens kann man besteigen und genießt eine fantastische Aussicht! Und auch von innen lohnt sich der Besuch. Aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Teil zwei: „Stockholm-Reisetipps bei Regen“ folgt!

 

 

 

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